Flugwetter - die drei Phasen der Flugwetterplanung!



         
  1. Langfristprognose  
 

 

Die Langfristprognose dient vor allem der Frage, ob man zu einem bestimmten Datum fliegerische Aktivitäten plant und wenn ja, wo. Langfristprognosen sind je nach Wetterlage und Modellrechnungen zwar mehr oder weniger ungenau, brauchen aber auch nicht so präzise zu sein, da hier eher großräumige Betrachtungen und Fragen (Alpennord- oder südseite, Alpenrand oder Inneralpin?) im Vordergrund stehen. Und diese Fragen können sehr wohl oft schon Tage vorher mit hoher Wahrscheinlichkeit beantwortet werden.

Grundsätzlich gilt:
Je länger man vorrausschauen will, desto weniger helfen einem die gängigen Medien-Wetterberichte. Viele Medien beschränken sich gar rein auf den 3-Tages-Zeitraum. Wer längerfristig planen will, ist auf die eigenständige Interpretation der Langfristmodelle angewiesen und muß sich im Zuge dessen selbst hineinvertiefen.
Desweiteren gilt: Alle Medienwetterberichte basieren auch nur bzw. stützen sich auf die Wettermodelle. Wer diese Wettermodelle selbst studiert und versteht, kann Wetterberichte viel besser interpretieren, einordnen und mit den eigenen Annahmen aus den Modellen abgleichen.

Und letztlich: Die Länge des prognostizierbaren Zeitraumes ist variabel und hängt stark von der momentanen Wetterlage ab (stabile oder instabile Prognosen). Auf Detaills und tiefere Einblicke in die Wettermodelle gehe ich demnächst evtl. in einem Vortrag ein. Den Rahmen dieser Seite würde dies deutlich sprengen, diese soll sich auf eine halbwegs kompakte und übersichtliche Zusammenstellung der Angebote fokussieren.

Folgende Seiten sind meiner Ansicht nach am besten geeignet, um sich ein längerfristiges Bild der Wetterentwicklung zu machen:

 

 
 
Wettermodelle:
Wetterzentrale.de Topkarten

GFS - DAS Wettermodell schlechthin. GFS steht hierbei für Global Forecast System. Die Wetterzentrale bereitet alle wesentlichen Daten dieses numerischen Simulationsmodells sehr anschaulich auf und bietet diese in Form vieler farbiger Karten an. Die für uns wichtigsten Karten sind hierbei die 500hPa-Bodendruckkarte (Bodendruck als Linien und Höhendruck in 5500m als Farben ablesbar) sowie die Windkarten für verschiedene Höhenschichten (850hPa=1500m z.B.). Gerade aus letzteren sind wesentlich detailliertere Aussagen über die zu erwartenden Windgeschwindigkeiten ableitbar als aus jedem Wetterbericht. 

Wetterzentrale.de "Sandkasten"

Eine geniale Möglichkeit, die obigen Karten in einer per Maus animierbaren Schnellübersicht zu betrachten. Sehr gut geeignet, um die Zugbahnen und Entwicklung von Tiefs/Höhentiefs über mehrere Tage in die Zukunft zu verfolgen. Einfach ausprobieren!

Wetteronline.de

Sehr umfangreiche Zusammenstellung verschiedenster Prognosetools und -karten. Auch das GFS-Modell wird hier ebenfalls abgebildet, die Karten sind hierbei aber anders - meist nicht farbig - visualisiert als auf Wetterzentrale.de.

Zudem gibt es dort sehr gut aufbereitete und detaillierte 3-Tages- und 7-Tages-Textprognosen für Deutschland und den Alpenraum (Deutschland- und Alpentrend).


Wer´s gerne schon etwas mundgerechter aufbereitet hat:
ORF.at

Sehr gutes Bergwetter, welches meiner Erfahrung nach sehr häufig ziemlich genau trifft. Neben BR-online.de der einzige Medienwetterbericht mit brauchbaren 6-Tages-Prognosen. Sehr gutes Bergwetter mit durchaus detaillierten Windinformationen.

BR-online.de

Auch hier gibt es eine 7-Tages-Prognose, welche oft allerdings etwas mager und diffus ausfällt.

DHV.de

Hier gibt Volker Schwaniz desöfteren mal längerfristige Ausblicke, allerdings nur sporadisch und meist nur vor Wochenenden oder anstehenden Brückentagen

Gleitsegelwetter.de

Auch Stefan "Cumulonimbus" Hörmann läßt hier öfter mal kostenfreie Prognosen für bis zu drei Tage vom Stapel.


Lokale Prognosen:
Hydrographisches Amt Bozen

Sehr brauchbarer Wetterbericht bis zu drei Tagen für Südtirol und die Dolomiten. Sehr treffsicher und aufgrund der topographisch bedingt sehr speziellen Wetterverhältnisse dort oft der einzig brauchbare Bericht welcher diese hinreichend berücksichtigt.


Prognosesicherheit/-genauigkeit:
Wetterzentrale.de, Spaghettiplots

Hier kann man gut die Genauigkeit/Unsicherheit der aktuellen Prognose ablesen. Es gilt: Je chaotischer die "Spaghettis", desto ungenauer und instabiler sind die Modellrechnungen.

In Kurzform: Die Spaghettis stellen meist den Verlauf einer bestimmten Luftdrucklinie (Isobare, bspw. bei 1013HPa), gerechnet mit verschiedenen leicht veränderten Startparametern dar. Je größer der Einfluß dieser geringfügigen Änderungen an den Randbedingungen auf den Verlauf dieser Isobaren ausfällt (größeres Chaos), desto empfindlicher und daher unsicherer ist/reagiert die Modellrechnung.